Blog vom 03. Dezember 2009

Hallo an euch alle,

ich bin ja mal ein ärmlicher Kandidat fürs 21. Jahrhundert, ich habe keinen Blog geschrieben, keinen Twitter Eintrag oder ein Bild von meinem Hund online gestellt für die, die es interessiert. Bitte entschuldigt. Ich weiß, ich muss ein paar Dinge nachholen. Als Erstes möchte ich mich für all die Geburtstagskarten und Glückwünsche bedanken, die ich im September bekommen habe. Ich habe sie alle erhalten und gelesen und ich war so gerührt, welche Mühe und Zeit ihr dafür investiert habt.
Seit September läuft alles ziemlich verrückt in Vorbereitung auf die Studiozeit und nun sind schon zwei Wochen vergangen seit wir angefangen haben, aufzunehmen. Es ist vorgeschlagen worden, dass ich ein paar Schnappschüsse mache, während wir im Studio sind - wie William das macht - um in Kontakt zu bleiben. Ich denke, ich werde das versuchen. Ansonsten ist es so einfach unterzutauchen und versteckt zu bleiben während der Aufnahmen. Aus irgendeinem Grund erinnert mich das Studio, in dem wir sind, mit der Art wie der Kontrollraum und der Aufnahmeraum angelegt sind, sehr an Star Trek Enterprise Raumschiffe. Ich stell mir immer vor, wir fliegen durch Raum und  Zeit.

Ich möchte nicht so viel über das neue Album reden, das werdet ihr früh genug hören, aber eine Sache, an der ich momentan arbeite ist ein Song, der so viele Worte beinhaltet, dass es keine Zeit zum Luftholen gibt und ich bestehe darauf , nicht mit technischen Hilfsmitteln nachzuhelfen, deshalb arbeite ich jetzt daran, eine größere Lungenkapazität zu bekommen und mit einmal atmen durch einen ganzen Vers zu kommen. Ich bin nah dran, es gibt zehn Zeilen und bis jetzt schaff ich sieben. Ich werde euch wissen lassen, wie ich das bewältige.
Ironischerweise hatte ich letzten Samstag einen kleinen Zwischenfall mit der Luftversorgung. Mike hat getwittert, ich sei fast ertrunken. Ich habe ihm von dem kleinen "Vorfall" neulich im Studio-Cafe erzählt, als er zu Besuch kam um mal zu schauen, wie es so läuft. Es war alles meine Schuld. Welcher Spinner geht schon im Dezember in einem See in der Nähe vom Flughafen Heathrow Sport-Tauchen? Ich hab's getan! Ihr seht,  ich bemühe mich wirklich, meinen Schein  zum Tauchen mit dem Trockenanzug zu bekommen. Für diejenigen, die sich mit dem Tauchen nicht auskennen - normalerweise taucht man mit einem Neoprenanzug, der ist wie eine zweite Haut. Der hält einen warm, aber man wird nass. Mit einem Trockenanzug  bleibt man ganz  trocken und sie sind sehr nützlich in extrem kaltem Wasser. Ich möchte mich zum Trockentaucher ausbilden lassen, damit ich mir meinen lang ersehnten Wunsch erfüllen kann,  am Nord- oder Südpol zu tauchen und Pinguine, Wale und Eis zu sehen.
Da war ich nun letztes Wochenende mit meiner Sauerstoffflasche, dem BCD und dem schwersten Gummianzug, den ihr je gesehen habt. Eine Sache, die ich vergessen habe zu erwähnen ist, dass der Trockenanzug am Hals endet, deshalb muss er dort super eng sitzen. Mein Hals war so klein, dass sie ein Gummiband an der Öffnung einsetzen mussten, um es enger zu machen! Ins Wasser zu gehen war einerseits toll, weil die Ausrüstung viel leichter wird, andererseits entsetzlich, weil das Wasser 7 Grad Kälte hat. Wir schwammen raus zur Mitte des Sees und als wir zum ersten Mal abtauchten, war ich geschockt vom eiskalten Wasser, das mir gegen den Kopf schlug; es fühlte sich an wie der Nordpol in meinem Gehirn. Wir erreichten den Grund, der glücklicherweise nur 15 Meter tief war.
Dort angekommen, übten wir Standardsituationen, das Mundstück aus dem Mund nehmen (Luftversorgung) und wieder einsetzen. Ich weiß nicht, was passierte, ich denke ich war gestresst von der Kälte, dem engen Gummi um meine Kehle und die Sicht war außerdem sehr schlecht - das Wasser war pechschwarz - deshalb konnte ich mich nicht konzentrieren.
Als ich versuchte mein Mundstück wieder einzusetzen, hab' ich das nicht richtig getan, und als ich einatmete verschluckte ich einen Lungenzug voll Wasser. Ich versuchte ruhig zu bleiben und das Mundstück zu richten, aber ich schluckte noch mehr Wasser. Wegen des Drucks, der Kraft und der Schnelligkeit, mit der das Wasser in meinen Mund drang, war ich im totalen Schockzustand. Ich fing an panisch zu werden, hauptsächlich, weil man nicht an die Oberfläche darf wegen der Dekompression. Es war das erste Mal (von ca. 40 Tauchgängen, die ich gemacht habe), dass ich das 'keine Luft' Handzeichen machen musste. Glücklicherweise war meine Lehrerin in der Nähe, sie half mir durch diese Horror-Situation. Sie setzte mir das Mundstück wieder ein und ich schaffte es die Kraft aufzubringen, ein paar kleine Luftblasen auszuatmen um das Wasser aus dem Mundstück zu spülen und als ich das nächste Mal einatmete, hatte ich endlich ein bisschen Luft! Wenn ich jetzt daran zurückdenke, war ich echt ein Idiot! Es gibt einen Knopf an dem Mundstück, der das Wasser raus spült und das ist wahrscheinlich das womit mir meine Lehrerin geholfen hat, sowie es richtig in meinem Mund zu platzieren. Ich hoffe wirklich, das hat keinen abgeschreckt vom Tauchen, es ist immer noch eins der liebsten Dinge auf der Welt, die ich tue und ich würde es Jedem weiterempfehlen.
Hoffe, euch gehts gut, wo immer ihr auch seid. Ich werde versuchen, ein paar Bilder zu machen und ab jetzt häufiger Blogs zu schreiben.
Das neue Album ist für Mai geplant, also haben wir noch eine arbeitsreiche Zeit vor uns.

Alles Gute,
Katie