Blog vom 29. Juli 2009
Endlich waren wir in Georgien. Ich hab dort meine ersten Solo Shows gespielt - es ging so schnell vorbei, ich hatte nicht mal die Chance, im Schwarzen Meer zu schwimmen oder Maiskolben am Strand zu essen.
Ich habe die meiste Zeit meines Lebens in England verbracht, um Georgien zu beschreiben, wenn ich es mit einem Wort tun würde, dann, dass Georgien dramatisch ist! Die Menschen dort sind sehr dramatisch, betont durch die kehlige Sprache, dich mich klingen lässt, als führte ich eine Diskussion über den dritten Weltkrieg am Telefon mit meiner Mutter, wenn wir vielleicht nur über die Abendessen-Planung reden.
Ich wusste, dass unser Trip dramatisch werden würde, als unser Flugzeug von einem höchst exotischen Gewitter begleitet wurde, was ich in der Ferne beobachten konnte. Wir landeten um 4 Uhr früh in Tiflis und sogar um diese nächtliche Zeit war es sehr warm. Die Band ging ins Hotel und ich verbrachte die Nacht bei meinen Großeltern. Die Straße, in der ich aufgewachsen bin, war schon immer eine ruhige, mit Bäumen gesäumte Straße, heute ist das Haus meiner Großeltern das einzige mehrstöckige Haus, das übrig geblieben ist.
Ich hab" mich wahnsinnig gefreut sie wiederzusehen, nach einer schnellen Tasse Tee wurde ich von meiner sorgenden Oma ins Bett geschickt, um sicher zu gehen, dass ich genug Ruhe bekomme für den nächsten Tag. Am Morgen passierte dann das Schlimmste. Ich habe fünf Jahre auf diese Show gewartet und ich wache auf mit einem Kratzen im Hals, ich sage zu mir, das ist nur eine Nervensache und am Abend wird's mir schon besser gehen.
Der Tag verging mit einer verrückten Mixtur aus Presse-Konferenz, stolzen und ängstlichen Verwandten, andere Georgier, die behaupteten Verwandte zu sein, und ein Ausflug zum Kultusminister nach dem Soundcheck. Als die Show dann endlich begann, konnte ich nicht glauben, dass ich tatsächlich da war, im prachtvollen, wunderschönen Opernhaus. Während der Show sang ich ein paar Georgische Lieder, was wirklich gut ankam. Von der Bühne aus konnte ich meinen ersten Gesangslehrer sehen, den ich hatte, als ich sieben war. Wir spielten eine großartige Show und danach gingen wir in unseren Bus, um zur Küstenstadt Batum zu fahren. Nach der Hälfte der Strecke schaute ich mich um und sah, dass die meisten Gesichter der Band und der Crew bleich waren und sie starrten mit großen Augen auf die Straße. Ich erinnere mich, dass die Straßenregeln in Georgien etwas anders sind, als in Europa, es gibt dort keine Angst, auf einer einspurigen Straße zu überholen - ob in einer Kurve oder an einer Klippe - keine Angst, sogar ohne Straßenlaternen in einer stockfinsteren Nacht, wirklich überhaupt keine Angst!
Wie erwartet, kamen wir wohlbehalten nach sieben Stunden an. (Mein Onkel hat das schon in fünf Stunden geschafft)
Die Show in Batum lief auch sehr gut, wir hatten ein kleines Problem mit dem Strom auf der Bühne und mir wurde gesagt, ich solle nichts anfassen, aber keiner hat einen elektrischen Schlag bekommen - und trotz eines Gewittersturms bei einer Open Air Show, kamen 8 000 Menschen.
Wenn ich die Band überreden kann, würde ich gerne zurückkehren und dort wieder spielen.
Leider haben die beiden Shows in Georgien meine Stimme total kaputt gemacht und am nächsten Morgen wachte ich ganz ohne Stimme auf. Deshalb mussten wir das Konzert in Mainz absagen, es tut mir so Leid für diejenigen unter euch, die Tickets gekauft und sich auf das Konzert gefreut haben, ich hätte auf keinen Fall singen können. Deshalb haben wir auf ärztliches Anraten entschieden, die Show abzusagen. Ich hasse es, Konzerte abzusagen und ich hoffe, bald zurückzukommen.
Alles Gute
Katie x
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