Blog vom 05. Mai 2009

Bin gerade am Flughafen, warte auf den Flug nach San Francisco. Ich war während der letzte Woche in L.A. und hatte vorgestern einen Gig und gestern ein Showcase. Alles lief gut, allerdings ging es nach meinem Auftritt hoch her. Zwei Frauen, die niemand kannte - das Event war nur für geladene Gäste - hatten einen Riesenkrach, Gläser wurden geschmissen, an Perücken wurde gezogen und Blut rann aus Mündern.
Meine Theorie ist, sie waren "professionelle" ungeladene Gäste, die der anderen ihre  Show gestohlen hatte, sie mussten ihr Territorium verteidigen und drehten durch. Wenn du eine der beiden traurigen Frauen bist, ich würde wirklich gerne wissen wer ihr seid? Und ich hoffe, ihr seid noch am Leben!
Der Jetlag macht mir immer noch sehr zu schaffen. Aber ich mache interessante Entdeckungen, ich lese gerade "Decreation" von Anne Carson. Hier ein Auszug aus einem Gedicht von Elisabeth Bishop , das ich bei meinem Gig vorgelesen habe, es heißt  "The Man Moth" und dies hat Anne Carson darüber geschrieben:   Die "Mann-Motte" ist eine Kreatur, die die meiste Zeit im Untergrund lebt, aber der Erdoberfläche gelegentlich einen Besuch abstattet , wo sie den Versuch unternimmt die Fassaden des  Hauses zu erklettern und den Mond zu erreichen, denn sie  versteht den Mond als ein Loch oben im Himmel, von dem aus sie fliehen kann. Jedesmal schlägt der Versuch fehl, den Mond zu erreichen und sie fällt zurück in ihren begrenzten Tunnelgang ihrer Untergrund-Existenz.

"The Man Moth"
Up the facades
his shadow dragging like a photographer's cloth behind him, he climbs fearfully, thinking that this time he will manage to push his small head through that round clean opening and be forced through, as from a tube, in black scrolls on the light.

(Man, standing below his has no such illusions).
But what the man moth fears most he must do, although He fails, of course, and falls back scared but quite unhurt.

If you catch him,
Hold up a flashlight to his eyes. It's all dark pupil, An entire night itself, whose haired horizon tightens As he stares back, and closes up the eye. Then from the lids One tear, his only possession, like the bee's sting, slips.

Slyly he palms it, and if you're not paying attention He'll swallow it. However, if you watch, he'll hand it over, Cool as from underground springs and pure enough to drink.